Die Hormone und die Sexualität – Welche Dir helfen länger durchzuhalten

Die Hormone und die Sexualität – Welche Dir helfen länger durchzuhalten

Bei Erregung, Sex und Ejakulation wirken viele verschiedene Hormone auf den männlichen Körper. Einige sorgen dafür, dass Du sehr lange durchhalten kannst. Andere dagegen begünstigen die vorzeitige Ejakulation. Welche das sind und wie Du sie selbst beeinflussen kannst will ich Dir jetzt in diesem Artikel erklären.

Nicht nur beim Sex selbst, sondern auch bei der Partnerwahl und der Entstehung sexueller Lust gibt es viele verschiedene Hormone, die auf den männlichen und weiblichen Körper einwirken. Diese Botenstoffe, die von einem Organ und Gewebe zu einem anderen gesendet werden, bilden sich beispielsweise in der Hirnanhangdrüse, der Hypophyse, den Nebennieren, der Bauchspeicheldrüse und der Schilddrüse.

Die beiden wichtigsten Sexualhormone Testosteron (Männer) und Östrogen (Frauen) werden jedoch in den Keimdrüsen (Hoden und Eierstöcke) gebildet.

Dabei empfindet das jeweils andere Geschlecht mit einem hohen Spiegel des Sexualhormons als besonders attraktiv. Merkmale wie eine schmale Taille und ein eher breites Becken sind auch aus diesem Grund für Männer besonders attraktiv, während Frauen zumindest während des Eisprungs auf kantige Männergesichter stehen, die einen hohen Testosteronspiegel suggerieren.

Für die sexuelle Lust ist jedoch hauptsächlich das männliche Sexualhormon Testosteron verantwortlich, dass auch im weiblichen Körper in geringer Menge vorhanden ist. Steigt der Testosteronspiegel bei Männern und Frauen, steigt auch die Lust auf Sex. Bei Testosteronmangel nimmt die Lust ab.

Und noch besser: Je häufiger man Sex hat, desto höher steigt der Testosteronspiegel – Du sorgst also durch häufigen Sex für die Grundvoraussetzung für noch mehr Sex. Steht einer der Partner jedoch unter Stress, sinkt der Anteil des Hormons im Körper und führt so zu weniger Lust. Dies ist einer der Hauptgründe warum Stress der größte Lustkiller überhaupt ist.

Was beim Sex im Kopf passiert
Viele verschiedene Hormone und Transmitter sorgen im Wechselspiel für Vorgänge im Gehirn und Körper beim Sex. Die wichtigsten Spieler sind dabei Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Oxytocin. Eine große Rolle spielt dabei der Hypothalamus, die Hirnregion die die Verbindung zwischen Nervensystem und Hormonen herstellt.

Beim männlichen Orgasmus sind die beiden Neurotransmitter Serotonin und Dopamin die wichtigsten Akteure. Neurotransmitter unterscheiden sich von Hormonen dadurch, dass sie an chemischen Synapsen die Erregung von einer Nervenzelle auf eine andere übertragen. Sie agieren also nur im Gehirn, während Hormone biochemische Botenstoffe sind, die von speziellen Zellen produziert und dann in den Körperkreislauf abgegeben werden. Einige Stoffe, wie beispielsweise das „Kuschelhormon“ Oxytocin können sowohl als Hormon als auch als Neurotransmitter wirken. Dieses wird beim Orgasmus der Frau in hohen Mengen ausgeschüttet und sorgt Verliebtheit und Verbundenheit zum Sexpartner. Es wird auch bei Männern ausgeschüttet, jedoch in geringerer Menge 😉

Beim Sex und dem männlichen Orgasmus spielen die Neurotransmitter Dopamin und Serotonin eine wichtige Rolle. Dabei sorgt Dopamin für Erregung und einen Rausch der Euphorie. Dopamin spricht das Belohnungszentrum im Hirn an (und ein Orgasmus ist eine solche Belohnung) und sorgt dafür, dass Du beim Sex nicht aufhören kannst und wie im Rausch bist. Kurz vor dem Höhepunkt ist die Ausschüttung von Dopamin am höchsten und sinkt erst danach wieder. Dopamin ist also das Hormon das den (vorzeitigen) Orgasmus auslöst.

Der Gegenspieler des Dopamins ist Serotonin, dass die Stimmung hebt, Gelassenheit, innere Ruhe und Zufriedenheit fördert. Es dämpft dabei Angst, Aggressivität aber auch die Sexualfunktionen und die Ejakulation. Ein Ansteigen von Serotonin im Blut sorgt also für eine Verzögerung der Ejakulation, zu viel Serotonin sorgt jedoch für fehlende sexuelle Erregung und lässt die Erektion verschwinden. Das ist auch der Grund warum das in Antidepressiva enthaltene Serotonin die Libido senkt.

Länger durchhalten – wie Hormone und Transmitter den Orgasmus beschleunigen (und verhindern)
Begünstigt wird ein vorzeitiger Orgasmus durch die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin. Gerade ungewohnten Situation, wie etwa der erste Sex mit der neuen Partnerin lösen Stress aus. Allerdings sind auch Stress im Job oder Angst vorm Versagen beim Sex Gründe für das Ansteigen des Adrenalinspiegels. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Erregung läuft schneller ab. Evolutionär bedingt soll Adrenalin in gefährlichen Situationen dafür sorgen, die letzte Energie zu aktivieren und zu fliehen oder zu kämpfen.

In Kombination mit Dopamin sorgt Adrenalin allerdings für einen vorzeitigen Samenerguss. Zwar muss eine gewisse Menge davon vorhanden sein um überhaupt sexuell erregt zu werden, aber zu viel hat wiederum einen negativen Einfluss auf die Performance. Hier benötigst Du Serotonin um die Erregung wieder etwas zu hemmen. Auch Oxytocin wirkt sich positiv aus, da es die Paarbindung verstärkt, beruhigend wirkt und Stress abbaut (also das Adrenalin senkt).

Natürlich gibt es viele Medikamente, die dabei helfen den Serotoninspiegel zu erhöhen. Wie bereits erwähnt können sie sich aber auch negativ auf die Libido auswirken, da zu viel Serotonin die Lust auf Sex senkt und Erektionsstörungen auslösen kann. Besser wäre es also, einen Weg zu finden, die Ausschüttung von Serotonin im Gehirn während dem Sex zu erhöhen und Adrenalin zu senken.

Wichtig sind hier gesunde Ernährung und Sport. Wenn Du unter Stress und Stimmungsschwankungen leidest, kann Sport Dir dabei helfen, Deinen Serotoninspiegel dauerhaft zu erhöhen und das Adrenalin, das durch Stress entsteht, abzubauen. Meditation, Yoga und andere Enstpannungstechniken können ebenfalls helfen. Sobald Du Dich glücklich und wohl fühlst, schüttet Dein Körper mehr Serotonin aus. Ein längeres Vorspiel, am besten verbunden mit einer zärtlichen Massage kann Dich ebenfalls dazu bringen, Dich mehr zu entspannen, wodurch Serotonin und Oxytocin aktiviert werden, was gleichzeitig auch die Lust der Frau steigert und eure partnerschaftliche Bindung erhöht.

Um mehr Serotonin beim Sex zu aktivieren solltest Du versuchen, Dich auf Dich selbst und Deine Atmung zu konzentrieren. Atme langsam in Deinen Bauch ein und aus. Lehn dich zurück und überlasse Deiner Partnerin die Führung. So stehst Du sowohl geistig als auch körperlich weniger unter Anspannung, was Deinen Adrenalinspiegel senkt und die Ausschüttung von Serotonin fördert. Versuche auch durch Küsse und Streicheleinheiten und langsamen, weniger wilden Sex die Ausschüttung von Oxytocin zu erhöhen. Gerade bei Frauen fördert das die Lust und löst den Orgasmus aus. Und das schöne, zufriedene und glückliche Gefühl nach dem Orgasmus wird ebenfalls von den beiden Wohlfühlhormonen ausgelöst: Serotonin und Oxytocin.

Der Körper und das Gehirn sind komplexe Konstrukte, die einen großen Teil sexueller Erregung und Anziehung bestimmen. Es mag unromantisch klingen, dass biochemische Vorgänge für solche Dinge wie Verliebtheit, Zuneigung oder guten Sex verantwortlich sind. Ohne sie würden allerdings viele Vorgänge im menschlichen Körper nicht funktionieren.

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